Jahrestag mit Fräulein Süsskind

Der 16.4. ist mein Jahrestag mit Fräulein Süsskind. Und Traditionen müssen gepflegt werden. Von daher wurde schon weit im Vorfeld entschieden an frühe Orte unserer aufkeimenden Liebe zu Reisen (Berlin-Charlottenburg), um genüsslich in nostalgischen Gefühlen zu schwimmen.

Der Tag begann aber erstmal banal. Für mich mit Arbeit und für Fräulein Süsskind mit der Hochschule. Treffen dann High Noon (okay 12:25). Und wer meldet sich? Der Hunger. Also erstmal in ein italienisches Restaurant. Dort gab es lecker Spagetti für Sie und Gnocchi für mich. Angeregt scherzten wir miteinander und freuten uns auf den weiteren Tag. Leider war das Wetter eher so „meh“. Daher kam kurz die Idee auf, statt Nostalgie die Therme zu wählen. Aber auch nur kurz. Das war knapp. Beinahe das Ziel aus den Augen verloren. Nach dem Schmackhaften ging es noch zum Spaziergang durch den Treptower Park. Im Park gibt es ein sowjetisches Ehrenmal, welches ich als einen der schönsten Plätze in ganz Berlin bezeichnen würde. Historische Schwere, sowjetische Monumentalkunst und entspannende Natur bilden den perfekten Mix für mich.

Nun aber wirklich nach Westberlin. Schön durch Kreuzberg mit dem Auto, wo jegliche Regeln der StVO von den Anwohnern und Touristen abgelehnt werden. Dann an der CDU-Parteizentrale rechts abbiegen und voll auf die Goldelse draufhalten. Willkommen am großen Stern. Jetzt nur keine Panik. Einfach in die richtige Spur einordnen und die Sache läuft von selbst. Vorbei geht es noch an der technischen Universität und der Scientology Zentrale, bevor man endlich an einer Stätte königlicher Eleganz ankommt (Schloss Charlottenburg).

Wir hatten vor einen Eisladen zu besuchen. Als wir noch kein Paar waren, haben wir dort nämlich öfter im Beisein von Freunden vergnüglich an der kühlen Milchspeise geschleckt. Aber der verdammte Laden hatte nicht offen. Umbau bis Mai stand da. Wäre schön sowas aus Kundenfreundlichkeit auch in das eigene Internetangebot aufzunehmen. Okay Laune im Keller. Der Karpfenteich im Schlosspark Charlottenburg kann auch nur mäßig positive Laune vermitteln. Und das trotz anwesender Mandarinente. Das Wetter tut sein übriges, um die Stimmung zu untermauern. Grau mit einem Anflug von Regentropfen, die auf das schüttere Haar klopfen.

Nun gut ein Alternativplan muss her. Doch Therme? Ne zu weit weg jetzt. Kino? Nein. Museum? Nein. Hmmm. Vielleicht gibts nen anderen Eisladen? Und es gab. Die Eisfabrik. Da ich ein Fan von fetten Kraftwerken und Fabrikanlagen bin, hat mich der Name natürlich überzeugt. Die „Fabrik“ war dann aber eher doch so Hinterhoflimostand. Immerhin war das Eis Superlecker. Also geht alle nach Berlin Charlottenburg zur Eisfabrik Alan, damit der Laden der Nummer eins Eisdealer in Berlin wird.

Der Eishieper war gesättigt. Was nun? Wollen wir bowlen gehen? JAAAAAAAAA. Blick aufs Handy. Nächste Bowlingbahn 1,7km entfernt. Auf gehts. Hat sogar etwas Nostalgisches, da wir dort ebenso vor Jahren schon einmal waren. Und es war jetzt halb fünf. Die freuen sich bestimmt über Kundschaft.

„Hallo. Bitte eine Bowlingbahn für 2 Personen.“ Stirnrunzeln bei der Tresenkraft. Nachdem er eine Minute seinen Terminplan studiert hat, kommt ein unmotiviertes „Ok könn mer machen“. Vielleicht hätte er noch eine Minute länger gucken sollen. 20 Minuten später steht nämlich seine Chefin da und meckert ihn voll, was er für ne Blödsinn bei der Bahnenvergabe gemacht hat. Insgesamt sind die Mitarbeiter voll emsig am rumwerkeln. Ich betrachte die anderen Gäste. Neben uns eine Geburtstagsgruppe von gehörlosen Kindern. Ansonsten eine Menge älterer Herrschaften die sich fleißig warmbowlen. Mir geht ein Licht auf. Hier gibts bestimmt ein Turnier ab 18 Uhr. Ist ja Montag. Nunja bis dahin sind wir eh weg.

Das Bowling macht uns super Spaß. Leider schaffe ich es in keiner Runde die 100 Punkte zu knacken. Fräulein Süsskind zieht mich hart ab. Ist nicht das erste Mal. Zwischendurch macht die gesamte Anlage allerdings den Eindruck, als ob sie kurz vorm Zusammenbruch ist. Wir müssen die Bahn mit den Gehörlosen tauschen und dürfen auch einmal 10 Minuten rumsitzen, weil die Kugel bei den Pins festhängt. Das Highlight ist ein ultrahochfrequenter Piepton, der eigentlich anzeigen soll, dass eine Kugel im Ausgabemechanischmus festhängt. War nur nicht so. Macht ja nix. Trotzdem mal Piepen. Die Gehörlosen stört es nicht. Nach dem Bowling hatten wir dann genug Spaß für den Tag und machten uns auf den Heimweg. Bissl kuscheln auf der Couch und so.

Zum Abschluss noch ein Bild von der Bowling Königin.

 

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